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Feliz Navidad – Fröhliche Weihnachten

Mit Gedanken von Dietrich Bonhoeffer Euch allen fröhliche und friedliche Weihnachtsfeiertage!

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„Wenn es eine tiefe Freude, eine letzte Geborgenheit und eine wirkliche Erfüllung für uns geben soll, müssen wir etwas empfangen, was uns keine Macht der Welt, kein Mensch der Erde und kein Tod wegnehmen kann. Es müsste eine Freude sein, die uns in jeder Lage offen steht, unter allen Umständen zugänglich ist, zu der wir direkten Zugriff haben.         Ein Glück, das jederzeit zerbrechen, eine Freude, die jeden Moment aufhören, eine Erfüllung, die plötzlich zunichte sein kann, machen uns Angst.

Es gibt nur eine Freude in der vergänglichen Welt, es gibt nur eine Liebe in der begrenzten Menschheit, es gibt nur ein Heil in unserem sterblichen Leben:

„Euch ist heute der Heiland geboren!“ (Lukas 2,10f). Diesen Christus kann uns keine Macht rauben, kein Mensch nehmen, keine Zeit vergehen lassen, kein Tod töten.                    Er ist unser einzig wahrer, unverlierbarer Schatz.“

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Der Engel sprach: Fürchtet euch nicht…!

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Welthaupstadt des Anis

So nennt sich unser kleiner Andenort, denn scheinbar wird nirgends so viel Anis angebaut wie hier. Die Einheimischen verwenden die Gewürzpflanze für verschiedene Gebäcke, machen sich Tee daraus oder brauen Anisschnaps.

Rezeptvorschlag  für Anisplätzchen

In Andenken an meine verstorbene Oma hier ein Rezept für sehr leckere Anisplätzchen (Springerle). So kommt doch ein wenig Weihnachtsstimmung auf bei diesen warmen Temperaturen.

Zutaten: 2 Eier, 250g Zucker, 1/2 Zitrone (Schale), 250g Mehl, 1TL Backpulver, Aniskörner

Zubereitung: Das Einweiß zu steifem Schnee schlagen * den Zucker und die Eigelb zugeben und 45min rühren (kürzer ist auch möglich:-) * die geriebene Zitronenschale, das gesiebte Mehl und das Backpulver zugeben * den Teig so lange kneten, bis er zart ist * eine Stunde kühl stellen * ein Backblech einfetten (kein Backpapier!) und mit Anis bestreuen *

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*aus dem Teig kleine Kugeln formen und aufs Blech setzen * mit einem Geschirrtuch über Nacht ruhen lassen (so bekommen die Plätzchen beim Backen kleine Füßchen) * bei ca. 130/140Grad 20-30min backen (am besten bei leicht geöffneter Ofentür, z.B. einen Kochlöffel dazwischen klemmen)

Guten Appetit und herzliche Adventsgrüße aus den Anden!

 

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Feiern über Feiern

Der Monat November war gefüllt von Festivitäten. Zunächst feierten wir in unserer Gemeinde das 49ste Jubiläum, später den „día de Curahuasi“ (Tag Curahuasis) mit Marschieren auf dem Hauptplatz im Ort. Es folgten eine Taufe und eine kleine private Adventsfeier mit Lagerfeuer in unserem Garten. Tatsächlich kam auch der Nikolaus vorbei :-), seht selbst…

49 Jahre Baptistengemeinde

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Liedbeiträge der Kinder

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Bei so einem Gemeindejubiläum darf das Essen nicht fehlen: Ein Stück Meerschweinchen, Nudeln, Gemüse, Kartoffeln – alles zubereitet auf kleinen Feuerstellen im oberen Stockwerk unseres Gemeindehauses.

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Día de Curahuasi

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Taufe im nahe gelegenen „Freibad“

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Wir läuten den Advent ein

mit Lagerfeuer im Garten. An die Vorweihnachtszeit bei warmen Temperaturen kann ich mich immer noch nicht so richtig gewöhnen. Schön war die Feier dennoch!

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1.Klasse

Ein deutscher Verlag hilft

Der Jandorfverlag, dessen Unterrichtsmaterial ich bereits in Deutschland sehr gerne verwendet hatte, hat tatsächlich ein Leselernheft für Erstklässler auf unsere Anfrage hin ins Spanische übersetzt! Das ist wie Weihnachten für mich, bin ich doch permanent auf der Suche nach gutem Material für den Sprachunterricht. Die Kinder lieben das kleine Pelikan-Heft, mit dem sie sich eigenaktiv und selbst gesteuert Lesefertigkeiten aneignen können. Manchmal muss ich selber Wörter im Wörterbuch nachschlagen oder die Kinder fragen – so lernen wir gemeinsam, ich mit ihnen mit:-).

Wenn sie nicht lesen, rechnen oder schreiben, dann lieben viele der Klasse es, mit Holzklötzen zu spielen. In der Regeln wollen sie mir im Anschluss genau erklären, welche Details zu ihren Bauwerken dazugehören. Sie bauen Schlösser mit Hafen für die anlegenden Schiffe; Hängebrücken, die zum Einlaufen der Schiffe in den Hafen hochgezogen werden; Maschinen, die den gefangenen Fischen direkt den Kopf abschlagen; kleine Vogelhäuser für die Tauben auf dem Schlossdach und viele Sachen mehr. Es begeistert mich zu erleben, mit wie viel Enthusiasmus und Kreativität sie bei der Sache sind und gemeinsam an einem Werk bauen.

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Kürzlich haben wir den Buchstaben „g“ kennen gelernt – „g“ wie „galleta“ (=Plätzchen/Keks), also haben wir gemeinsam Plätzchen gebacken und verzehrt. Die meisten der Familien haben keinen eigenen Ofen in ihrem Haus. Im Ort gibt es öffentliche Holzkohleöfen, wo man seine Waren zum Backen hinbringen kann. Für die meisten meiner Schüler sind selbstgebackene Plätzchen oder ein Kuchen etwas ganz Besonderes.

Backen mit Fiorela

Der Monat August war gefüllt mit Besuch aus Deutschland – jeden einzelnen habe ich genossen! Zunächst kamen mein Bruder Karsten mit Frau und Baby (die kleine Rahel war sogar im Unterricht zu Besuch – zur Begeisterung meiner Klasse), im Anschluss Kollegen und Freunde aus Berlin. Es tat sehr gut, gemeinsam Zeit zu verbringen, zu quatschen, zu wandern, zu kochen… und einen Einblick in meinen Alltag am Colegio in Curahuasi zu geben.

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So geht es Tag für Tag weiter, mit kleinen Schritten vorwärts. Zuletzt waren es ermutigende Momente für mich, wenn ich sehe, wie die Kinder eigenverantwortlich und selbstständig eine Arbeit erledigen. Danke allen, die mit dafür gebetet haben!

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Das neue Schuljahr hat gestartet

Vor zwei Wochen war Schulstart bei uns im Colegio und ich bin wieder Klassenlehrerin, wie damals in Berlin.

Der Dezember war recht stressig, da hier in Peru die Vorweihnachtszeit zusammenfällt mit dem Schuljahresende. Von daher habe ich die Sommerpause sehr herbeigesehnt und unsere großen Ferien im Januar für eine Auszeit und ein wenig reisen genutzt.

Nun stecke ich mitten im neuen Schuljahr mit einer ersten Klasse: 18 Peruaner und drei Deutsche bilden eine nette Truppe. „Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt…“ – diesen haben wir gemeinsam gemacht und ich bin dankbar für gute zwei Wochen.

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Die Kinder (vorne im Bild) sind neu- und wissbegierig,  kommen überwiegend mit Freude zur Schule und ich bin sehr gespannt, was wir gemeinsam erleben werden. Am ersten Schultag für die neuen Erstklässler gab es, ganz anders als in Deutschland typisch, keine Einschulungsfeier. Start für alle im Colegio war auf dem Haupthof: Singen der Hymne, Hissen der Fahne, Begrüßung durch den Direktor…

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Vergangenes Wochenende hatten wir eine Fortbildung für das Mathelehrwerk, im Titelbild seht ihr das Auf- bzw. Verteilen von Luftballons. Wir bemühen uns hier, besonders viel mit didaktischem Anschauungsmaterial zu arbeiten. Vielfach lernen peruanische Kinder nur durch Abschreiben von der Tafel und sehr lehrergelenkten Unterricht. Auch eigenständiges und logisches Denken, Fragen stellen und Verantwortung für den eigenen Lernweg zu übernehmen scheinen mir im Allgemeinen hier wenig gefördert zu werden.

Im Februar hatten wir Kollegen uns bereits für drei Wochen zur Vorbereitung des Schuljahres getroffen. Der peruanische Staat verlangt eine umfassende Dokumentation von Schulen, detaillierte Jahresplanungen, die evtl. (vermutlich?!) niemand lesen wird und die in einem Aktenordner im Schrank landen werden. Diese Arbeit mit Motivation und einer guten Herzenshaltung zu erledigen, hat mich zeitweise ordentlich herausgefordert. Sehr viel lieber hätte ich diese Tage in die konkrete Unterrichtsvorbereitung für meine Klasse gesteckt. Da die peruanische Kollegin, mit der ich die Erstklässler eigentlich im Tandem übernehmen sollte, kurzfristig abgesprungen ist, unterrichte ich nun neben Mathematik, Sport, Kunst, Musik und Englisch auch Spanisch, eine besondere Herausforderung:-). Wir konnten keine guten Bücher dafür finden, so dass nun parallel zum Unterrichten und mit toller Hilfe eines FSJlers Material erstellt und teilweise in Anlehnung an deutsche Lese-Schreibwerke entwickelt wird.

Die Arbeit ist viel, geht oft nur in kleinen Schritten voran und ich übe mich immer wieder in Geduld – mit den Kindern, aber auch mit mir selber! Danke für alle eure Beteiligung in so vielfältiger Form. Mein nächster Rundbrief per Email wird wohl noch einen Moment auf sich warten lassen. Darin dann mehr zum Schulleben unter der Sonne der Anden:-)…

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An 25 Jahre Deutsche Einheit

…haben wir vergangenen Freitag in unserer „hora cívica“ – der Staatsbürgerstunde mit Fahnenappell, gedacht. Gemeinsam mit den Kindern der deutschen Mitarbeiter haben wir in Begleitung der banda (Schülerband) nicht nur die deutsche Nationalhymne gesungen und ausnahmsweise die deutsche anstelle der peruanischen Fahne gehisst;

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vielmehr haben die Kinder ihren peruanischen Mitschülern ein wenig deutsche Geschichte näher gebracht und ihnen erklärt, warum wir in unserer Hymne von „Einigkeit, Recht und Freiheit“ (unidadjusticia und libertad) singen.

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Symbolisch wurde eine Mauer aus  Pappkartons eingerissen. Was für ein Wunder damals, dessen 25jähriges Jubiläum wir dieses Jahr feiern!

Die Peruaner haben interessiert zugehört, für die deutschen Kinder war es ein besonderes Erlebnis und auch ein bisschen aufregend.

 

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Besuch aus Berlin :-)

Die ersten Gäste aus Deutschland haben unser Gästezimmer eingeweiht:-). Hinter mir liegen zweieinhalb tolle Wochen mit meiner Schwester Hanna und ihrem Mann Florian. Ihre Ankunft hatte ich sehnsüchtig erwartet, nachdem ich mittlerweile seit zehn Monaten meine Familie und deutschen Freunde nicht mehr gesehen hatte. Unglaublich, wie die Zeit rennt. Gerade sitzen beide schon wieder im Flieger zurück nach Berlin – es bleiben Erinnerungen an wunderbare gemeinsame Momente, u.a. zwei Wanderungen auf die umliegenden Berge (in 3600m Höhe sieht die Welt ganz anders aus),

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gemeinsamer Sportunterricht und Schulführung im Colegio Diospi Suyana, ein Ausflug zum nahegelegenen und weltberühmten Machu Picchu (eines der sieben Weltwunder), ein paar Tage in der alten Inkasstadt Cusco, ausführliche Gespräche bei einer Tasse Berliner Filterkaffee (man glaubt es kaum, aber die Peruaner exportieren ihren guten Kaffee und trinken selber Instant-Coffee), Hörspiele von „Die drei ???“ im Garten, Lagerfeuer mit peruanischen und deutschen Freunden, Feiern des Nationalfeiertages am 28. Juli mit Marschieren auf dem Hauptplatz im Ort… das Schönste war zweifelsohne, sie einfach hier zu haben und ihnen mein neues Zuhause und meinen neuen Arbeitsplatz zu zeigen. Ich vermisse sie jetzt schon!

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Gleichzeitig waren unsere Gespräche eine große Ermutigung für mich und ich freue mich, immer besser in meinen so anderen Alltag hier inmitten der Anden reinzufinden.

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Erste Wochen am Colegio Diospi Suyana

Seit gut zweieinhalb Monaten lebe ich nun in Curahuasi, gehe täglich zur Schule, unterrichte in den sechs Grundschulklassen und in einer Sekundarschulklasse Sport, lerne und festige immer mehr mein Spanisch, bin sehr müde am Ende eines langen Arbeitstages, koche am WE einen Teil meiner Wäsche im Kochtopf auf dem Gasherd (die peruanischen Maschinen waschen nur mit kaltem Wasser), gehe auf dem Wochenmarkt Obst und Gemüse einkaufen, begegne täglich einer Menge von Tieren, z.B. Hühnern, Schafen, Ziegen, Pferden, Hunden, Schweinen… und gewöhne mich langsam an einen komplett neuen Alltag in den Anden Perus.

Mein Schultag beginnt morgens um 7:15Uhr mit einem Lehrertreffen, wir beten für die Schüler und den vor uns liegenden Tag. Unterrichtsbeginn ist 7:45Uhr, es wird überwiegend in Doppelstunden unterrichtet. Nachmittags gibt es ergänzende Angebote wie bspw. Nachhilfe, Instrumentalunterricht oder Sportangebote.

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Die Schüler tragen Schuluniformen. Freitags treffen sie sich gemeinsam mit allen Lehrern auf dem Haupthof für eine „Staatsbürgerstunde mit Fahnenappell“: Alle treten an,  wir singen zusammen die peruanische Hymne, die Fahne wird gehisst es gibt oft einen kurzen Impuls oder Ansagen für die kommende Woche.

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Trotz mancher Herausforderung freue ich mich, nach langem Sprachstudium wieder mit Kindern zusammen zu arbeiten.

Übrigens: Seit zwei Wochen wohnen wir in unserem „eigenen“ Haus. Unser Vermieter ist… besagter Taxifahrer aus meinem letzten Blog-Eintrag :-).

 

Angekommen in Curahuasi

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Nun endlich bin ich angekommen an dem Ort, von dem ich vor knapp zwei Jahren zum ersten Mal erfahren hatte: Bei Diospi Suyana (= „Wir vertrauen auf Gott“ – entstammt der Quechua-Sprache) im schönen Curahuasi. Hier wohnen wir auf ca. 2700m mitten in den Anden und sind umgeben von einer herrlichen Berglandschaft: Grün, wohin das Auge reicht, Schneeberge im Hintergrund, frische Luft, sternklarer Himmel – so in etwa erlebe ich meine ersten Tage in der neuen Heimat.

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Die P1050867Anreise in Nachtbus und Taxi war ein kleines Abenteuer für sich :-), denn in Peru ist alles ein wenig anders. Meine Gasteltern brachten mich in ihrem blauen Käfer in Arequipa zum Busterminal. Einer meiner Koffer wurde dabei für mich ganz ungewöhnlich verstaut :-)…

Gemeinsam mit Sarah, Sandra (Freundin aus der Schweiz) und unserem Reisegepäck kamen wir nach ca. 11h Nachtfahrt in Cusco an. Von dort ging es für weitere 2,5h mit einem Taxi weiter bis nach Curahuasi. Einer der Taxifahrer stellte sich uns gleich als ein Bewohner Curahuasis vor. Er kenne viele der Mitarbeiter von Diospi Suyana. Mit ACH und KRACH bekamen wir unsere 6 Koffer plus jede Menge Handgepäck in seinem kleinen Toyota unter. Unterwegs erzählte er uns dann plötzlich von einer Polizeikontrolle, durch die er besser ohne uns und NUR mit unserem Gepäck fahren wolle. Wir hingegen sollten diese zu Fuß passieren und anschließend würde er uns wieder aufsammeln. Nachtigall…  das war uns nicht ganz geheuer. Wir fragten, welche Sicherheit wir denn hätten, dass er sich nicht mit unseren

P1050896Koffern aus dem Staub machen würde. Immerhin war – mehr oder weniger – unser gesamter Hausrat für die kommenden 2-3 Jahre in jenen Koffern untergebracht. Auf unsere Nachfrage, warum wir überhaupt aussteigen müssen, erhielten wir zur Antwort, dass er keine Taxi-Lizenz besäße, Ausländer in seinem Auto mitzunehmen. Das wurde ja immer besser… Schlussendlich erreichten wir meinen zukünftigen Schulleiter in Curahuasi per Telefon, um nachzufragen, ob das hier alles mit rechten Dingen zugehe. Ja, alles in Ordnung – weiter ging die Reise durch die Berge.

 In Curahuasi angekommen sind wir dann in unser neues Zuhause gezogen. Eine deutsche Familie befindet sich zurzeit in ihrem Heimataufenthalt und kommt Ende Juli zurück nach Curahuasi. Bis dahin dürfen wir ihr Haus „bewachen“ und haben Zeit, uns eine eigene Wohnung zu suchen. Da die Küche außer Herd, Kühlschrank und Spüle fast keine weiteren Utensilien enthielt, mussten wir am Ankunftsabend in der P1050925Stadt noch einigen Sachen besorgen. Im Laden unseres Vertrauens fanden wir auch das meiste.

Nun sind wir gespannt, wo wir ab Juli wohnen werden (es gibt verschiedene Möglichkeiten) und freuen uns erstmal an der herrlichen Aussicht ins Grüne von unserem Haus aus.

Bald mehr von meinen ersten Erfahrungen in der Schule…